Wenn es still wird im Garten-wo Insekten den Winter verbringen


Wenn es im Herbst ruhiger wird und der Frost den Boden überzieht, beginnt auch für viele Insekten eine stille Jahreszeit. Unter Laub, Totholz, Erde oder in abgestorbenen Pflanzenstängeln habe sich zahlreiche Gartenbewohner ihr Winterquartier gesucht. Was machen dann z.B. die Schmetterlinge? Manche Falter trotzen der Kälte direkt im Freien: der Zitronenfalter z.B. hängt den Winter über an Efeublättern, Brombeertrieben oder im hohen Gras. Dank eines natürlichen „Frostschutzmittels“ im Körper kann er selbst eisige -20 Grad Celsius überstehen. 

Auch das Tagpfauenauge, der kleine Fuchs oder der C-Falter überwintern als ausgewachsene Falter, gut versteckt in Schuppen oder auf Dachböden. Wer hier einen Falter findet, sollte ihn an diesem kühlen Ort belassen, denn die Falter wachen im Frühjahr wieder von alleine auf. Andere Schmetterlinge überwintern in anderer Form: Der Aurorafalter oder der beliebte Schwalbenschwanz verbringen die kalte Jahreszeit als Puppe an Pflanzenstängeln. Und wieder andere sind Wanderfalter. Arten wie der Admiral, der Distelfalter oder das Taubenschwänzchen ziehen im Herbst wie die Zugvögel in wärmere Gefilde. Ein Großteil der Schmetterlinge überwintert als Raupe im Boden oder auch als Ei an Blattunterseiten. Mit kleinen Maßnahmen können wir den Faltern und auch anderen Insekten über den Winter helfen: -im Herbst die Blätter unter Büschen und auf den Staudenbeeten liegen lassen -keine Verwendung von Giften im Garten -den Boden bedecken, z.B. mit einer Mulchschicht oder mit Bodendeckern -Förderung von Raupenfutterpflanzen, wie Brennnesseln, Weide und Wildkräutern Übrigens: die Hauptfutterpflanzen des hübschen Zitronenfalters sind der Faulbaum (frangula alnus) und der echte Kreuzdorn (rhamnus cathartica). 

Text: Silvia Winkelmann, Quelle NABU-Insekten im Winter